In unserer hofeigenen Molkerei, die wir „Milchhaus“ nennen, verarbeiten wir die Milch unserer Kühe auf handwerkliche Art selbst. Wir kennen die Spenderinnen der Milch alle mit Namen und wissen genau, womit sie gefüttert, gehalten und gemolken werden. Unsere eigene Bioland-Milch kann vom Melkstand direkt ins Milchhaus gepumpt werden und ist deshalb optimal frisch. 

Die Milch für unseren Quark wird im Käsekessel nach der Dauererhitzungsmethode schonend pasteurisiert. Das bedeutet: Wir erwärmen die Milch auf 63°C und lassen sie 30 Minuten lange auf dieser Temperatur, bevor sie dann auf 30°C heruntergekühlt wird. Bis 50°C reicht uns die Wärme des Blockheizkraftwerkes unserer Biogasanlage. Die weitere Erwärmung und die Rückkühlung erfolgt mit selbst erzeugtem elektrischem Strom aus unserer Biogasanlage, die mit dem Mist unserer Kühe und Bio-Getreidespelzen „gefüttert“ wird. 

So praktizieren wir auf unserem Hof tatsächlichen Klimaschutz: Keine langen Milchtransporte, klimaneutral erzeugte Wärme und Strom aus unserer Biogasanlage (seit 1999!) und ein hoher Grünlandanteil (über 50% der Fläche). Grünland speichert wegen des höheren Humusgehaltes mehr CO² im Boden. 

Bei 30°C wird die Milch mit Säureweckerkultur und Lab (2,5 ml pro 100l Milch) geimpft und danach ca. 24 Stunden ruhig stehen gelassen. In dieser Zeit können sich die Milchsäurebakterien vermehren und die Milch „dicklegen“. Dann schöpfen wir die oberste Rahmschicht ab, die später dem Frischkäse zugefügt wird. Unser Quark ist deshalb teilentrahmt und unser Frischkäse ist Rahmstufe. Die dicke Quarkmilch schneiden wir zu 10 cm dicken Säulen. Später füllen wir den Bruch in Textilsäcke um, aus denen die Molke schonend abtropfen kann. Nachdem der Quark genügend entmolkt ist, füllen wir ihn in Mehrwegpfandgläser und kühlen ihn im Kühlraum auf unter 4°C ab. Die Kombination aus sofortiger Kühlung und der natürlichen Milchsäure macht eine Haltbarkeit von mindestens 25 Tagen ohne künstliche Konservierungsmittel möglich. Die Pfandgläser nehmen wir wieder zurück, um sie so oft wie möglich erneut zu verwenden. Es ist dabei wichtig, dass die Gläser ausgespült ohne Lebensmittelrückstände zurückkommen, sonst ist der Spülaufwand unverhältnismäßig hoch. Vorgespülte Gläser können zügig in die Gewerbespülmaschine eingeräumt werden. Alle verschmutzten Gläser müssen von Hand vorgereinigt werden. In bewährter Zusammenarbeit mit unserer Kundschaft können wir dadurch sehr viel Verpackungsmüll vermeiden.

Fazit: Unsere handwerkliche Quarkherstellung unterscheidet sich grundlegend von industriell hergestellter Ware
– Optimale frische Milchqualität.
– Keine langen Milchtransporte.
– Schonende Pasteurisierung nur bis 63°C, dafür mit mehr Zeit im Kessel.
– Schonende Teilentrahmung (Abschöpfen von Hand).
– Schonende Entmolkung in Textilsäcken. 

Unser Quark behält deshalb seine natürliche Struktur, Inhaltstoffe und genügend natürlichen Fettgehalt um richtig lecker zu schmecken. Unser Quark erhält seine Konsistenz allein durch die Entmolkung ohne Zusatz von Verdickungsmittel jeglicher Art. Er ist weder gesalzen, noch gezuckert und kann deshalb für süße und salzige Speisen gleichermaßen verwendet werden. Als wunderbar cremiger Nachtisch empfehlen wir unsern Quark je nach Geschmack kurz vor dem Genuss mit ca. 25% Blessing-Milch oder mit ca. 50% Blessing-Jogurt zu verrühren.